Warnstreik bei HP in Böblingen

Veröffentlicht am 01.03.2009 in Metropolregion

Am Mittwoch, 25. Februar 2009 haben die Beschäftigten EDS OS GmbH zum zweiten Mal in der Unternehmensgeschichte einen Warnstreik durchgeführt, um gegen die Personalabbaupläne von EDS, einem Tochterunternehmen von HP, zu protestieren und die Geschäftsleitung aufzufordern, endlich an den Verhandlungstisch zu kommen und Tarifverhandlungen aufzunehmen.

Dazu wurden alle Beschäftigten bei der EDS OS GmbH bundesweit an allen 18 Standorten von IG Metall und ver.di zu Warnstreiks und zur Teilnahme an den Protestkundgebungen vor den HP-Standorten in Böblingen (700 TeilnehmerInnen), Ratingen (mehr als 500 TeilnehmerInnen) und Leipzig (30 TeilnehmerInnen) teilzunehmen. Insgesamt beteiligten sich an den Kundgebungen und den Warnstreiks vor Ort 1.600 Beschäftigte.

Auf der Kundgebung in Böblingen begrüßte Uwe Meinhardt, Zweiter Bevollmächtigte der IG Metall Stuttgart, die angereisten EDS-Beschäftigten und verurteilte die Forderung der Geschäftsleitung, die EDS-Beschäftigten sollten freiwillig auf 5% ihres Gehalts verzichten, um die Gewinne von HP zu erhöhen.

Dies sei eine "bodenlose Sauerei". So könne auch ein Personalabbau nur dazu dienen, Beschäftigung zu sichern und nicht, um die Gewinne der Aktionäre zu steigern. EDS und HP wurden aufgefordert, endlich Verhandlungen über Tarifverträge aufzunehmen und "auf Augenhöhe" mit IG Metall und ver.di zu verhandeln. Anschließend stellte Leni Breymaier, Leiterin des ver.di-Landesbezirk in Baden-Würtemberg fest, EDS sei ein profitables Unternehmen, dessen Kauf von HP nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden dürfe: Es gehe nicht an, daß wegen des Kaufpreises von 14 Mrd. EUR von EDS "Leute rausgeschmissen" werden.

Gleichzeitig stellte sie fest, daß die Geschäftsleitung von EDS mit den bekannt gegebenen Unternehmensentscheidungen "geschäftsschädigend" handelt. Juan Carlos Rio Antas, beim Vorstand der IG Metall für die Tarifbewegung bei EDS zuständig, sagte, "wir tragen unseren Protest heute an den Ort, an dem die Entscheidungen getroffen werden. Die heutige Aktion zeige die große Geschlossenheit der EDS-OS Beschäftigten. Heute werde ein Zeichen gesetzt, daß die Beschäftigten gemeinsam antreten und sich gegenseitig unterstützen würden. "Die Solidarität bei EDS funktioniert!"

Der Vorsitzende des Betriebsrats in Rüsselheim, Volker Stichter, sandte Grüße an die KollegInnen, die den Notdienst zu Hause leisten müssen und sagte, die Kollegen seien in Gedanken bei den Streikenden. Die gewerkschaftlich organisierten Betriebsratskollegen von HP in Böblingen erklärten sich solidarisch und teilten mit, daß bei HP der Personalabbau zwischenzeitlich auf 550 Arbeitsplätze verdoppelt wurde und seit letzter Woche die Chefs einen freiwilligen Gehaltsverzicht von fünf Prozent von der Belegschaft fordern würden.

Thomas Müller, Verhandlungsführer von ver.di, kündigte weitere Warnstreiks an mit den Worten: "Ich freue mich, Euch alle bald wiederzusehen" machte er die Entschlossenheit der EDS-Beschäftigten deutlich.

 

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