Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (AfA) Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeit ist die größte Arbeitsgemeinschaft in der SPD. Sie ist Plattform für engagierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Betriebs- und Personalräte sowie Mitglieder der Gewerkschaften. Die AfA ist offen für alle Interessierten.



Ich habe mir den Redebeitrag von Marc Biadacz in der Fragestunde des Deutschen Bundestages am 24.06. angesehen. Marc Biadacz ist Vorsitzender der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Mich hat irritiert, wie positiv Marc Biadacz und Bundeskanzler Friedrich Merz auf die Vorschläge der Rentenkommission zur Einschränkung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren reagiert haben. Die gegenseitige Zustimmung und die sichtbare Freude über diese Vorschläge haben mich irritiert. Für viele Beschäftigte, die jahrzehntelang körperlich oder psychisch belastende Arbeit geleistet haben, ist gerade diese Möglichkeit ein wichtiger Baustein für einen würdevollen Übergang in den Ruhestand.
Auch andere geplante Änderungen treffen aus meiner Sicht vor allem Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen. Wer ohnehin kaum Spielraum zum Sparen hat, wird durch eine stärkere Verlagerung der Altersvorsorge auf private Eigenvorsorge zusätzlich belastet.
Besonders kritisch sehe ich, dass sich abzeichnet, dass auch die SPD-Bundestagsfraktion diesen Reformvorschlägen im Gesetzgebungsverfahren zustimmen wird. Von einer Partei, die sich traditionell als Vertreterin der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer versteht, hätte ich mir an dieser Stelle deutlich mehr Widerstand und einen stärkeren Schutz langjährig Beschäftigter erwartet.
Marc Biadacz ist zudem der CDU-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Böblingen. Er betont häufig und mit Stolz, dass er ein Arbeiterkind ist und seine Eltern bei Mercedes-Benz gearbeitet haben. Umso weniger kann ich nachvollziehen, dass er sich bei einem Thema so positioniert, das aus meiner Sicht gerade langjährig Beschäftigte und Menschen mit kleineren Einkommen besonders belastet.
Georg Patzek
LPT Ulm Antragsberatung 8 Stundentag 20260620
Antrag AS06
Für den Erhalt des 8-Stunden-Tags – Schutz der Beschäftigten vor Überlastung und Entgrenzung durch konsequente Anwendung des Arbeitszeitgesetzes AfA Baden-Württemberg

Gesundheit nicht kaputt sparen!
AfA unterstützt Protest gegen geplante Gesundheitsreform
Am Samstag, den 20. Juni 2026, informieren die Gewerkschaften in der Böblinger Bahnhofsstraße beim Eingang der Mercaden über die geplante Gesundheitsreform der Bundesregierung. Der Informationsstand findet von 10:00 bis 12:00 Uhr statt. Ziel der Aktion ist es, Bürgerinnen und Bürger über die vorgesehenen Änderungen zu informieren und auf deren soziale Auswirkungen aufmerksam zu machen.
Die aktuellen Reformpläne sehen unter anderem höhere Zuzahlungen für Medikamente und Verordnungen, Einschränkungen bei Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sowie zusätzliche Belastungen für Familien vor. Gleichzeitig sollen steigende Personalkosten im Gesundheitswesen künftig nicht mehr vollständig von den Krankenkassen berücksichtigt werden. Nach Auffassung der Gewerkschaften drohen dadurch sowohl den Versicherten als auch Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen erhebliche Nachteile.
Besonders kritisch sehen die Gewerkschaften, dass viele der geplanten Maßnahmen vor allem Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen treffen. Während die Lebenshaltungskosten in vielen Bereichen weiter steigen, würden zusätzliche Belastungen im Gesundheitswesen viele Beschäftigte, Familien sowie Rentnerinnen und Rentner direkt treffen. Die eigentlichen strukturellen Herausforderungen der Gesundheitsversorgung würden dagegen nicht gelöst.
Georg Patzek, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Böblingen, erklärt:
„Eine Reform sollte die Situation verbessern. Die aktuellen Vorschläge belasten Beschäftigte, Familien sowie Rentnerinnen und Rentner zusätzlich, ohne die grundlegenden Probleme unseres Gesundheitswesens zu lösen. Wenn die Finanzierung langfristig gesichert werden soll, müssen auch die Vorschläge der Gewerkschaften ernsthaft geprüft werden.“
Der Deutsche Gewerkschaftsbund setzt sich für eine solidarische Weiterentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung ein. Dazu gehören eine breitere Finanzierungsbasis, die Einbeziehung aller Bürgerinnen und Bürger in die gesetzliche Krankenversicherung sowie eine stärkere Begrenzung von Gewinninteressen im Gesundheitswesen. Gleichzeitig sehen die Gewerkschaften erhebliche Potenziale durch Bürokratieabbau, Digitalisierung und den Ausbau regionaler Gesundheitszentren.
Die AfA unterstützt die Forderung nach einer Gesundheitsreform, die den sozialen Zusammenhalt stärkt, anstatt die Belastungen weiter auf die Versicherten zu verlagern. Gesundheit ist ein Grundrecht und darf nicht von der Höhe des Einkommens abhängig werden.
Informationsstand „Gesundheit nicht kaputt sparen“
Samstag, 20. Juni 2026
10:00 bis 12:00 Uhr
Bahnhofsstraße Böblingen (Eingang Mercaden)
Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, mit den Vertreterinnen und Vertretern der Gewerkschaften ins Gespräch zu kommen und sich über die geplanten Änderungen zu informieren.


https://www.instagram.com/p/DZP5cQoMcPF/?igsh=MXFtd3ZraXIzMXowag==

PRESSEMITTEILUNG
Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (AfA) Baden-Württemberg kritisiert die Vorschläge eines Expertengremiums zur gesetzlichen Rentenversicherung scharf. Wie vorab bekannt wurde, sehen die Pläne offenbar eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre ab den 2060er Jahren sowie eine Absenkung des Rentenniveaus auf 46 Prozent vor. Für die AfA ist damit eine rote Linie überschritten.
Die AfA weist darauf hin, dass eine pauschale Erhöhung des Rentenalters an der Realität vieler Beschäftigter vorbeigeht. Noch immer gibt es zahlreiche körperlich und psychisch belastende Berufe, in denen auch technologische Entwicklungen keine grundlegende Entlastung erwarten lassen.
Der baden-württembergische AfA-Landesvorsitzende Daniel Sauerbeck erklärt:
„Wir müssen uns doch nur einmal in den Betrieben unserer Region umschauen. Wie soll eine Kollegin oder ein Kollege in der Schichtarbeit mit 69 Jahren noch am Band stehen oder schwere körperliche Arbeit leisten? Wie soll eine Pflegekraft im Klinikum nach Jahrzehnten im Drei-Schicht-System Betten schieben und Patientinnen und Patienten pflegen, wenn sie selbst auf die 70 zugeht?“
Auch Dachdecker, Handwerker oder Erzieherinnen erreichen schon heute oft nicht gesund das bestehende Renteneintrittsalter.
Die AfA betont zugleich: Ziel müsse sein, dass Beschäftigte länger gesund bleiben und tatsächlich bis zum heutigen Renteneintrittsalter arbeiten können. Statt pauschal das gesetzliche Renteneintrittsalter weiter anzuheben, brauche es bessere Arbeitsbedingungen, Gesundheitsprävention, Rehabilitation und altersgerechte Arbeitsplätze.
Besonders kritisch sieht die AfA die Kombination aus höherem Renteneintrittsalter und sinkendem Rentenniveau.
„Eine Absenkung des Rentenniveaus auf 46 Prozent bedeutet für viele Beschäftigte die direkte Rutschbahn in die Altersarmut“, warnt Sauerbeck. „Wer im Niedriglohnsektor arbeitet oder wegen Erziehungszeiten Lücken im Lebenslauf hat, wird trotz jahrzehntelanger Arbeit im Alter auf Grundsicherung angewiesen sein. Betroffene sind zum Beispiel oftmals Verkäuferinnen im Einzelhandel oder gelernte Landwirte.“
Statt einer Kürzungsdebatte fordert die AfA zur Sicherung des Rentensystems eine solidarische Erwerbspersonenversicherung, in die alle einzahlen – auch Beamte, Selbstständige und Abgeordnete.
So müsse die Finanzierung der Rente breiter aufgestellt werden. Versicherungsfremde Leistungen, für die keine Beiträge eingezahlt werden, müssten konsequent aus Steuermitteln statt aus Beiträgen finanziert werden.
„Die Lebensleistung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verdient Respekt, keine Demütigung durch immer neue Sonderopfer“, so Sauerbeck. „Wer über das Renteneintrittsalter spricht, muss zuerst darüber sprechen, wie Beschäftigte gesund bis zum Renteneintritt arbeiten können, statt die Verantwortung einseitig auf die Beschäftigten abzuwälzen.“
Der Landesvorstand der Arbeitsgemeinschaft für Arbeit der SPD (AfA) Baden-Württemberg hat die beiden Gewerkschafter Daniel Sauerbeck und Tamara Hübner als Kandidaten für die Wahl zum SPD-Landesvorstand Baden-Württemberg nominiert
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