IG Metall setzt auf Strategie Zukunft - 61. Bezirkskonferenz der IG Metall Baden-Württemberg in Böblingen

Veröffentlicht am 01.07.2010 in Presse im Wahlkreis

Land, Wirtschaft und Gewerkschaften stehen laut IG Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann zwei Jahre nach Beginn der tiefsten Wirtschaftskrise seit
der großen Depression an einem Scheideweg.
Während das Platzen der Finanzmarktblasen weltweit die Arbeitsplätze von Millionen von Menschen gefährdet und sie in Armut getrieben haben, sei das Kasino offensichtlich längst wieder eröffnet und inzwischen ganze Volkswirtschaften im Fokus gieriger Spekulanten, sagte er vor etwa 150
Delegierten auf der 61. Bezirkskonferenz der IG Metall Baden-Württemberg .

Er forderte deshalb dringend eine Regulierung von Banken und Finanzmärkten: "Sie müssen auf ihre Kernaufgaben zurückgeführt werden: Einlagen sammeln, bündeln und damit Kapital und Kredite für Investitionen von Bürgern, Unternehmen und Staat zu vernünftigen Konditionen bereitstellen." Der Bundesregierung warf er vor, mit dem geplanten Sparpaket in die falsche Richtung zu galoppieren. Hofmann: "Wir leben nicht über unsere Verhältnisse. Die abhängig Beschäftigten haben keinen Gürtel, den sie noch enger schnallen könnten. Aber wir leben unter unseren Verhältnissen, wenn Milliardengeschenke an Hoteliers beschlossen und große Vermögen und Einkommen verschont werden, während man die Bezieher der normalen Einkommen und die Ärmsten der Armen schröpft". Konsolidieren und investieren sei möglich, wenn endlich die seit Jahren wachsende Schere zwischen Arm und Reich wieder ein Stück geschlossen werden könne.

Hofmann betonte, es sei vor allem der Kurzarbeit zu verdanken, dass es möglich war, trotz eines massiven Einbruchs von Aufträgen und roduktion,

die Beschäftigten in den Unternehmen zu halten. "Das war die massivste Arbeitszeitverkürzung in der Geschichte der Bundesrepublik. Und sie hat
hunderttausende Arbeitsplätze gerettet."

Mit einer Strategie Zukunft wolle die IG Metall Baden-Württemberg die Phase wichtiger und strategischer Weichenstellungen begleiten. Dabei gehe es darum, den Ausbau des Niedriglohnsektors zu stoppen, eine aktive Industriepolitik voranzubringen und die Verteilungsungleichheit in
Deutschland zu korrigieren. Das würde die Binnennachfrage stärken und notwendige Investitionen ermöglichen. Hofmann forderte deshalb einen nationalen Lastenausgleich, durch den die Lasten der Krise mit einer Abgabe auf Vermögen abgetragen werden. Außerdem eine höhere Besteuerung hoher Einkünfte, um die Zukunftsaufgaben in Bildung und Innovation zu finanzieren, sowie eine Finanztransaktionssteuer um die Verursacher der Krise in Haftung zu nehmen und Spekulationen zu erschweren. Dies erfordere zusätzlich eine weitere Kontrolle und Regulierung von Banken und Finanzmärkten. "Für diese Ziele werden wir mit einem konkreten Aktionsplan im Herbst unsere Mitglieder und die Bürger unseres Landes mobilisieren und ein Zeichen gegen die unsinnigen Pläne der Regierung setzen."

Eine Absage erteilte er erneut der Rente mit 67 und einer geplanten Kopfpauschale. Gleichzeitig forderte er alle gesellschaftlichen Kräfte auf,
alles zu tun um die Chancen und Perspektiven der Jugend zu verbessern. Hofmann: "Wir wollen bessere Bildung, Ausbildung, aber auch Übernahme in sichere Jobs, statt Leiharbeit und andere prekäre Beschäftigung."
Die Delegierten der Bezirkskonferenz werden am Nachmittag über den Aktionsplan beraten und wollen eine entsprechende Resolution verabschieden. Demnach soll es im September eine große Funktionärkonferenz geben, zwischen Oktober und November eine Phase betrieblicher Aktionen und Informationen, sowie eine Großkundgebung am 13. November in Stuttgart.

 

Counter

Besucher:462097
Heute:20
Online:1

Kalenderblock-Block-Heute

Alle Termine öffnen.

21.10.2019, 17:00 Uhr - 25.10.2019, 19:00 Uhr 70 JAHRE DGB: WIR BEGRÜNDEN SOLIDARITÄT
70 JAHRE DGB: WIR BEGRÜNDEN SOLIDARITÄT Link auf die PDF  https://www.afa-boeblingen.de/dl/Folder_ …

08.11.2019, 15:30 Uhr - 21:00 Uhr 8. Europakongress 2019
8. Europakongress 2019

Alle Termine

WebsoziInfo-News

11.10.2019 12:02 Höchste Zeit für ein Demokratiefördergesetz
Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt die Initiative der SPD-Bundesminister Giffey und Scholz für eine Aufstockung des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ um acht Millionen Euro für das Jahr 2020. Wir kämpfen für eine nachhaltige Förderung von Engagement, Mut, Zivilcourage und Konfliktfähigkeit. Deshalb fordern wir darüber hinaus ein Demokratiefördergesetz. „Das demokratische Miteinander in den Herzen und Köpfen aller ist das

11.10.2019 12:01 Malu Dreyer gratuliert Abiy Ahmed zum Friedensnobelpreis
Zur Verleihung des Friedensnobelpreises an Abiy Ahmed erklärt die kommissarische SPD-Vorsitzende Malu Dreyer: Ich gratuliere dem äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed für die Auszeichnung zum diesjährigen Friedensnobelpreis. Abiy Ahmed hat in kürzester Zeit den Weg zu Demokratie in seinem Land und Frieden in der Region geebnet. Seine mutige Annäherung gegenüber Eritrea befriedet einen der am längsten

10.10.2019 21:45 Alle reden über Klimaschutz: Wir legen los!
Wir handeln jetzt, damit Deutschland die Klimaziele erreicht. Für den Klimaschutz und für unsere Kinder, Enkel und Urenkel. Lange haben wir für ein Klimaschutzgesetz gekämpft. Dafür, dass Klimaschutz rechtlich verbindlich wird. Dafür, dass jeder Bereich genaue CO2-Einsparziele erfüllen muss – egal, ob Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft oder Abfallwirtschaft. Und dafür, dass es ein Sicherheitsnetz gibt, wenn

10.10.2019 21:43 Der Angriff auf die Synagoge in Halle ist politisch gesehen keine Einzeltat
Die SPD-Fraktion verurteilt den rechtsterroristischen Anschlag in Halle auf Schärfste. Rolf Mützenich warnt davor, die Tat als Einzelfall zu sehen. Die Verharmlosung von rechtsradikalem Gedankengut dürfe nicht länger hingenommen werden. „Die SPD-Bundestagsfraktion verurteilt den rechtsterroristischen Anschlag in Halle aufs Schärfste. Der hinterhältige Angriff auf die Synagoge und der kaltblütige Mord an Menschen ist politisch gesehen keine

10.10.2019 21:23 Jetzt ist eine gemeinsame Reaktion der Weltgemeinschaft gefragt
Fraktionsvizin Gabriela Heinrich schaut besorgt auf die Entwicklungen an der türkisch-syrischen Grenze. Die Türkei müsse dazu gebracht werden, die militärische Eskalation umgehend zu beenden. „Jetzt ist eine gemeinsame Reaktion der Weltgemeinschaft gefragt. Die Türkei muss dazu gebracht werden, die militärische Eskalation umgehend zu beenden. Syrien braucht Wege zum Frieden statt eine weitere Destabilisierung und humanitäre Krisen.

Ein Service von info.websozis.de