Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (AfA) Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeit ist die größte Arbeitsgemeinschaft in der SPD. Sie ist Plattform für engagierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Betriebs- und Personalräte sowie Mitglieder der Gewerkschaften. Die AfA ist offen für alle Interessierten.


Mit einem Schreiben an die SPD-Landesgruppe Baden-Württemberg im Deutschen Bundestag hat sich der Landesvorstand der Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (AfA) Baden-Württemberg in die aktuelle Reformdebatte eingebracht. Das Schreiben wurde zugleich den AfA-Kreisvorsitzenden sowie der SPD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg zur Kenntnis übermittelt.
Darin bezieht die AfA Baden-Württemberg klar Stellung zu den derzeit diskutierten Reformvorhaben der Bundesregierung und wirbt um Unterstützung für eine sozialdemokratische Reformpolitik.
Unbestritten befindet sich Deutschland in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Vier Jahre ohne Wirtschaftswachstum, tiefgreifende strukturelle Herausforderungen in Staat und Wirtschaft und die Folgen internationaler Krisen erfordern entschlossenes politisches Handeln. Hinzu kommen unternehmerische Fehlentscheidungen, die ebenfalls Verantwortung für die aktuelle Situation tragen.
Reformen sind deshalb notwendig. Entscheidend ist jedoch nicht, ob reformiert wird, sondern in welche Richtung. Für Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten dürfen Reformen kein Synonym für Leistungskürzungen oder den Abbau sozialer Rechte sein. Sie müssen den Sozialstaat langfristig sichern, nachhaltig finanzieren und dürfen wirtschaftliche Probleme nicht überwiegend durch Belastungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lösen.
Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Gewerkschaftsmitglieder beobachten mit wachsender Besorgnis, dass Argumentationsmuster, die bislang vor allem von Arbeitgeberverbänden und wirtschaftsliberalen Kreisen vertreten wurden, inzwischen auch in Teilen einer Bundesregierung mit sozialdemokratischer Beteiligung wiederzufinden sind. Gerade deshalb erwarten sie von der SPD eine klar erkennbare sozialdemokratische Handschrift.
Die AfA Baden-Württemberg wendet sich gegen eine Debatte, in der der Sozialstaat nicht mehr als Grundlage unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts verstanden, sondern als Belastung für Wirtschaft und Wachstum dargestellt wird. Es werden längere Lebensarbeitszeiten, Einschnitte bei der gesetzlichen Rente, Kürzungen in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Lockerung bewährter Arbeitszeitregelungen vorgeschlagen. Beschäftigten wird mangelnde Leistungsbereitschaft unterstellt, soziale Sicherungssysteme werden diffamiert und zentrale Errungenschaften unseres Sozialstaats infrage gestellt. Aus einer notwendigen Reform- und Strukturdebatte ist längst eine Kürzungsdebatte mit sozialer Schieflage geworden.
Dem setzt die AfA Baden-Württemberg ein sozialdemokratisches Verständnis unseres Sozialstaates entgegen:
Der Sozialstaat ist kein Kostenfaktor, sondern eine wesentliche Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg.
Seine Ausgaben sind Investitionen in eine gerechte Gesellschaft und die Zukunft der Menschen.
Er sichert Kaufkraft, gesellschaftliche Stabilität und die Bereitschaft der Menschen, notwendige Veränderungen mitzutragen.
Wer Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft sichern will, muss deshalb den Sozialstaat stärken und nicht schleifen.
Als Arbeitsgemeinschaft für Arbeit Baden-Württemberg bringt die AfA die Erfahrungen aus Betrieben, Betriebs- und Personalräten sowie den Gewerkschaften in die politische Debatte innerhalb der SPD ein. Deshalb erwartet sie von einer Bundesregierung mit SPD-Beteiligung eine klare Orientierung an den Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Für die AfA bedeutet sozialdemokratische Reformpolitik:
wirtschaftliche Stärke und soziale Sicherheit als zwei Seiten derselben Medaille zu begreifen,
notwendige Reformen als echte Strukturreformen und über eine gerechtere Finanzierung statt über Leistungskürzungen zu gestalten,
Entbürokratisierung und Vereinfachung nicht gegen Arbeitnehmerrechte und Schutzstandards auszuspielen.
Für die aktuell diskutierten Reformen bedeutet dies konkret:
die Stabilität der Sozialversicherungsbeiträge nicht als oberstes Ziel der Sozialreformen festzusetzen,
die paritätische Finanzierung der Sozialversicherungen durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer wieder zu stärken,
die gesetzliche Rente als tragende Säule der Alterssicherung zu stärken und ein weiteres Absinken des Rentenniveaus zu verhindern,
die betriebliche Rente für mehr Arbeitende zu einer verlässlichen zweiten Säule zu entwickeln,
in der dritten Säule der Altersvorsorge (kapitalgedeckte private Altersvorsorge) für niedrige Verwaltungskosten zu sorgen und die Konstruktionsfehler der sogenannten Riester-Rente nicht zu wiederholen,
die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung durch die Ausweitung der einbezogenen Einkommensarten und Berufe solidarisch weiterzuentwickeln,
die Flexibilisierung der Arbeitszeit nur mit Tarifvertrag zuzulassen und gleichzeitig den Acht-Stunden-Tag als gesetzlichen Schutz für tariflose Bereiche zu erhalten,
die Steuerreform nicht auf Umverteilung innerhalb der Einkommensteuer zu beschränken, sondern Mehreinnahmen aus einer stärkeren Besteuerung von Kapitaleinkommen, Erbschaften und Vermögen zur dringend notwendigen Entlastung der Beschäftigten einzusetzen,
Steuergerechtigkeit zu stärken, indem Steuerbetrug konsequent verfolgt und Schlupflöcher bei der Erbschaftsteuer geschlossen werden.
Die AfA Baden-Württemberg macht deutlich, dass gerade die SPD wirtschaftliche Erneuerung und soziale Gerechtigkeit glaubwürdig zusammenführen muss. Viele Beschäftigte und Gewerkschaftsmitglieder erwarten Orientierung, Verlässlichkeit und eine klar erkennbare sozialdemokratische Position. Beschäftigte müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Partei den Sozialstaat stärkt und gute Arbeit verteidigt.
Als Arbeitsgemeinschaft für Arbeit versteht es die AfA als ihre Aufgabe, die Stimme der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer innerhalb der SPD zu sein und diesen Anspruch auch in Regierungsverantwortung einzufordern.
Der Landesvorstand wirbt deshalb um Unterstützung innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion und im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren. Reformen müssen Sicherheit schaffen, den Sozialstaat zukunftsfest machen und dürfen nicht zu einem Abbau sozialer Rechte führen.
Die Geschichte der SPD ist seit mehr als 160 Jahren untrennbar mit dem Einsatz für gute Arbeit, soziale Sicherheit und gesellschaftlichen Fortschritt verbunden. Dieser Auftrag gilt heute genauso wie damals.
Mit den Stimmen der SPD muss es gelingen, unseren Sozialstaat zu modernisieren, nachhaltig und solidarisch zu finanzieren und für kommende Generationen zu sichern. Die anstehenden Reformen werden prägen, wie die SPD von Beschäftigten, Gewerkschaften sowie den Wählerinnen und Wählern wahrgenommen wird.
Die AfA Baden-Württemberg appelliert deshalb an die SPD-Abgeordneten, die Vorschläge der Bundesregierung im parlamentarischen Beratungsverfahren kritisch zu prüfen und zu gerechteren Gesetzen weiterzuentwickeln. Eine wirtschaftlich erfolgreiche und zugleich sozial gerechte Modernisierung unseres Landes kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Vertrauen in Politik und Demokratie zurückzugewinnen.
Die AfA Baden-Württemberg möchte diese Debatte gemeinsam mit den sozialdemokratischen Abgeordneten führen und wirbt für Reformen, die wirtschaftliche Stärke und soziale Sicherheit dauerhaft miteinander verbinden.

Die Vertrauenskörperleitungen der IG Metall an den Standorten der Mercedes-Benz Group haben sich mit einem Offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz gewandt. Darin beziehen sie deutlich Stellung zu den aktuellen Debatten über Rentenpolitik, Altersteilzeit und Arbeitszeit. Die AfA Baden-Württemberg dokumentiert den Brief im Wortlaut, da er zentrale arbeits- und sozialpolitische Fragen aufgreift, die derzeit viele Beschäftigte bewegen.
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,
im Austausch mit den Beschäftigten an den Standorten der Mercedes-Benz Group erleben wir als Vertrauenskörperleitungen der IG Metall derzeit sehr deutlich, wie die politischen Diskussionen über Rente und Arbeitszeit in den Betrieben ankommen. Mit den Sorgen der Kolleg:innen wächst die Wut. Wut darüber, dass ausgerechnet diejenigen für die Krise zahlen sollen, die dieses Land Tag für Tag am Laufen halten.
Wir hören aus der Politik immer wieder dieselbe Botschaft:
Angeblich sind wir schuld an den Problemen der deutschen Wirtschaft. Wir seien zu faul. Zu teuer. Zu häufig krank. Und deshalb sollen wir jetzt den Karren wieder aus dem Dreck ziehen. Wir sollen länger arbeiten. Später in Rente gehen. Und bei der Gesundheitsversorgung immer tiefer in die eigene Tasche greifen. Gleichzeitig sollen in den kommenden Jahren zehntausende Industriearbeitsplätze verschwinden. All das ist ein direkter Angriff auf uns Arbeitnehmer und auf die Zukunft unserer Kinder!
Besonders kritisch sehen wir die Diskussion über eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters. Schon heute ist es für viele Kolleg:innen in der Industrie alles andere als selbstverständlich, überhaupt die Regelaltersgrenze zu erreichen. Die Debatte greift viel zu kurz, wenn ausschließlich auf das Lebensalter geschaut wird. Entscheidend ist auch, wann ein Mensch ins Berufsleben eingetreten ist. Wer mit 16 oder 17 Jahren eine Ausbildung beginnt, hat oft schon zehn Jahre harte Arbeit in den Knochen, bevor andere nach einem Studium überhaupt ins Berufsleben starten. Diese Unterschiede müssen sich in der Rentenpolitik widerspiegeln. Wer jahrzehntelang Beiträge gezahlt und körperlich oder psychisch belastende Arbeit geleistet hat, muss auch die Möglichkeit haben, früher abschlagsfrei in den Ruhestand zu gehen. Eine Rente mit 70 ist deshalb für uns vollkommen realitätsfern.
Für viele Kolleg:innen stellen bereits 67 Jahre die absolute Belastungsgrenze dar. Ebenso kritisch sehen wir die Diskussion um die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren. Die sogenannte „Rente mit 63“ gibt es für die meisten Beschäftigten längst nicht mehr. Für die Jahrgänge ab 1964 ist eine abschlagsfreie Rente trotz 45 Beitragsjahren erst mit 65 Jahren möglich. Trotzdem wird auch diese Regelung wieder zur Disposition gestellt. Dafür gibt es in unseren Betrieben kein Verständnis.
Wir sagen: Hände weg von unserer Rente!
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Altersteilzeit. Seit vielen Jahren ist sie ein bewährtes Instrument, um den industriellen Wandel sozialverträglicher zu gestalten. Sie hilft, Beschäftigung zu sichern, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, den Generationenwechsel zu organisieren und Planungssicherheit für Beschäftigte wie Unternehmen zu schaffen. Wer die Altersteilzeit schwächt, nimmt der Industrie ein wichtiges Instrument für den Strukturwandel.
Deshalb ist für uns klar: Die Altersteilzeit muss bleiben!
Mit größter Sorge verfolgen wir außerdem die Diskussion über eine Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes. Der Achtstundentag ist keine veraltete Vorschrift. Er ist eine der größten sozialen Errungenschaften der Gewerkschaftsbewegung. Er schützt Gesundheit, Sicherheit und Würde der Beschäftigten und setzt der immer weiteren Verdichtung der Arbeit notwendige Grenzen.
Gerade in der Automobilindustrie leisten viele Kolleg:innen Zweischicht- und Dreischichtarbeit. Wechselnde Früh-, Spät- und Nachtschichten belasten den Biorhythmus, erhöhen gesundheitliche Risiken und erschweren das Familien- und Sozialleben erheblich. Wer vor diesen Gegebenheiten den Achtstundentag aufweichen oder längere tägliche Arbeitszeiten umsetzen will, verkennt die Realität in den Produktionshallen. Mehr Arbeitszeit bedeutet hier nicht mehr Leistung. Sie bedeutet mehr Überlastung, mehr gesundheitliche Schäden und ein höheres Unfallrisiko.
Wir haben den Achtstundentag erkämpft – und wir werden ihn verteidigen!
Längere Wochen- und Lebensarbeitszeiten führen zu weniger Arbeitsplätzen, höherer Arbeitslosigkeit und sinkender Kaufkraft. So kann kein Wachstum erzeugt werden. Dieser Weg führt nur tiefer in die Krise hinein und nicht heraus. Wo Arbeitszeit ausgeweitet, Arbeitsplätze abgebaut und Renten gekürzt werden, entstehen weder Zukunftsperspektiven noch Wachstum. Es entstehen Unsicherheit, Kaufkraftverlust und soziale Spaltung. Die Beschäftigten sind nicht das Problem. Sie sind jeden Tag der Grund dafür, dass dieses Land überhaupt funktioniert.
Auf solche weltfremden „Reform“-Pläne kann nur jemand kommen, der noch nie an einer Montagelinie gearbeitet hat; der es sich nicht ausmalt, wie es ist, bei Gluthitze in einer Gießerei zu stehen; der keine Vorstellung davon hat, was es bedeutet, trotz Bandscheibenvorfall und chronischen Schmerzen bis zur Rente weiter schuften zu müssen.
Herr Merz, bei vielen Kolleg:innen ist immer mehr die Überzeugung gewachsen, dass im Bundestag nicht die Interessen der Arbeitnehmer vertreten werden. Diese Tendenz ist fatal, denn sie spielt Gruppierungen jenseits der politischen Mitte in die Karten. Sie haben die Möglichkeit, einen anderen Weg einzuschlagen. Einen Weg, der sich an den Interessen und der Lebenswirklichkeit der Beschäftigten orientiert.
Deshalb wenden wir uns nicht als Bittsteller an Sie, sondern als Partner:
Wir sehen die dringende Notwendigkeit, unsere Wirtschaft in Deutschland anzukurbeln, denn ohne funktionierende Wirtschaft – ohne große Unternehmen und ohne den Mittelstand – gibt es auch keine Arbeitsplätze in diesem Land. Aber wir sehen auch, dass der Weg dorthin im Moment an uns Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vorbeigehen soll.
Wir appellieren daher an Sie: Setzen Sie den Kurs des Klassenkampfs nicht weiter von oben fort, sondern hören Sie den Menschen in diesem Land – hören Sie Ihren Wählerinnen und Wählern – zu.
Wir IG Metall-Vertrauenskörperleiter an den Standorten der Mercedes-Benz Group vertreten die Belegschaften dieser Werke – das sind in Summe über 100.000 Beschäftigte. Wir bieten uns Ihnen für Gespräche an, wie wir unser Land nach vorne bringen können. Denn Entscheidungen werden besser und sind tragfähiger, wenn viele Perspektiven mit am Tisch sitzen und Gehör finden. Das ist der Kern der Mitbestimmung, wie wir sie bei der IG Metall und bei Mercedes-Benz leben.
Lassen Sie uns gemeinsam an einem Strang ziehen. Für ein Deutschland, auf das wir wieder stolz sein können, und für eine deutsche Politik, von der sich unsere Kolleg:innen verstanden fühlen.
Die Vertrauenskörperleitungen der IG Metall bei Mercedes-Benz

Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (AfA) kritisiert die jüngsten Änderungen an den Plänen zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) scharf.
Nach Auffassung der AfA werden notwendige Maßnahmen zur Begrenzung der Arzneimittelausgaben abgeschwächt, während Versicherte und Beschäftigte weiterhin mit steigenden Belastungen rechnen müssen.
„Die gesetzliche Krankenversicherung lebt vom Solidarprinzip. Es kann nicht sein, dass Beschäftigte, Rentnerinnen und Rentner sowie Arbeitgeber immer stärker belastet werden, während die Pharmaindustrie nicht angemessen zur Stabilisierung des Systems beiträgt. Wer eine nachhaltige Reform will, muss auch die großen Ausgabenblöcke in den Blick nehmen.“
Die AfA sieht in der Abschwächung der ursprünglich geplanten Maßnahmen gegenüber der Pharmaindustrie ein falsches politisches Signal.
Statt die Interessen der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler in den Mittelpunkt zu stellen, werde erneut deutlich, wie groß der Einfluss wirtschaftlicher Interessen auf gesundheitspolitische Entscheidungen sei.
„Die Bundesregierung darf bei der Finanzierung der GKV nicht den einfachsten Weg wählen und die Lasten auf die Versicherten und Beschäftigten verlagern. Eine solidarische Gesundheitsversorgung braucht klare Regeln gegenüber überhöhten Arzneimittelpreisen und eine stärkere Position der gesetzlichen Krankenkassen.“
„Gesundheitspolitik muss sich am Gemeinwohl orientieren. Die Stabilität unserer gesetzlichen Krankenversicherung darf nicht von den Gewinninteressen einzelner Branchen abhängig gemacht werden. Die Versicherten erwarten zu Recht, dass Politik Verantwortung übernimmt.“
Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (AfA)
Bundesvorsitzende: Cansel Kiziltepe
Protest-Kundgebungen am Freitag, 3. Juli 2026 in der Region Stuttgart
Mercedes-Benz Standort Sindelfingen:
9:00 Uhr öffentliche Kundgebung, am Tor 7 (Benzstr. 10 in Sindelfingen)
Mercedes-Benz Standort Untertürkheim:
9:45 Uhr öffentliche Kundgebung, am Cannstatter Tor (neben Mercedes-Benz Museum)
9:45 Uhr öffentliche Kundgebung, am Tor 3 an der Feuerwache des Werkteils Mettingen (neben Neckarbrücke Hafenbahnstr.)
Mercedes-Benz Group AG Zentrale
12.00 Uhr nicht-öffentliche, digitale Kundgebung




Ich habe mir den Redebeitrag von Marc Biadacz in der Fragestunde des Deutschen Bundestages am 24.06. angesehen. Marc Biadacz ist Vorsitzender der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Mich hat irritiert, wie positiv Marc Biadacz und Bundeskanzler Friedrich Merz auf die Vorschläge der Rentenkommission zur Einschränkung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren reagiert haben. Die gegenseitige Zustimmung und die sichtbare Freude über diese Vorschläge haben mich irritiert. Für viele Beschäftigte, die jahrzehntelang körperlich oder psychisch belastende Arbeit geleistet haben, ist gerade diese Möglichkeit ein wichtiger Baustein für einen würdevollen Übergang in den Ruhestand.
Auch andere geplante Änderungen treffen aus meiner Sicht vor allem Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen. Wer ohnehin kaum Spielraum zum Sparen hat, wird durch eine stärkere Verlagerung der Altersvorsorge auf private Eigenvorsorge zusätzlich belastet.
Besonders kritisch sehe ich, dass sich abzeichnet, dass auch die SPD-Bundestagsfraktion diesen Reformvorschlägen im Gesetzgebungsverfahren zustimmen wird. Von einer Partei, die sich traditionell als Vertreterin der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer versteht, hätte ich mir an dieser Stelle deutlich mehr Widerstand und einen stärkeren Schutz langjährig Beschäftigter erwartet.
Marc Biadacz ist zudem der CDU-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Böblingen. Er betont häufig und mit Stolz, dass er ein Arbeiterkind ist und seine Eltern bei Mercedes-Benz gearbeitet haben. Umso weniger kann ich nachvollziehen, dass er sich bei einem Thema so positioniert, das aus meiner Sicht gerade langjährig Beschäftigte und Menschen mit kleineren Einkommen besonders belastet.
Georg Patzek
LPT Ulm Antragsberatung 8 Stundentag 20260620
Antrag AS06
Für den Erhalt des 8-Stunden-Tags – Schutz der Beschäftigten vor Überlastung und Entgrenzung durch konsequente Anwendung des Arbeitszeitgesetzes AfA Baden-Württemberg

Gesundheit nicht kaputt sparen!
AfA unterstützt Protest gegen geplante Gesundheitsreform
Am Samstag, den 20. Juni 2026, informieren die Gewerkschaften in der Böblinger Bahnhofsstraße beim Eingang der Mercaden über die geplante Gesundheitsreform der Bundesregierung. Der Informationsstand findet von 10:00 bis 12:00 Uhr statt. Ziel der Aktion ist es, Bürgerinnen und Bürger über die vorgesehenen Änderungen zu informieren und auf deren soziale Auswirkungen aufmerksam zu machen.
Die aktuellen Reformpläne sehen unter anderem höhere Zuzahlungen für Medikamente und Verordnungen, Einschränkungen bei Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sowie zusätzliche Belastungen für Familien vor. Gleichzeitig sollen steigende Personalkosten im Gesundheitswesen künftig nicht mehr vollständig von den Krankenkassen berücksichtigt werden. Nach Auffassung der Gewerkschaften drohen dadurch sowohl den Versicherten als auch Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen erhebliche Nachteile.
Besonders kritisch sehen die Gewerkschaften, dass viele der geplanten Maßnahmen vor allem Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen treffen. Während die Lebenshaltungskosten in vielen Bereichen weiter steigen, würden zusätzliche Belastungen im Gesundheitswesen viele Beschäftigte, Familien sowie Rentnerinnen und Rentner direkt treffen. Die eigentlichen strukturellen Herausforderungen der Gesundheitsversorgung würden dagegen nicht gelöst.
Georg Patzek, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Böblingen, erklärt:
„Eine Reform sollte die Situation verbessern. Die aktuellen Vorschläge belasten Beschäftigte, Familien sowie Rentnerinnen und Rentner zusätzlich, ohne die grundlegenden Probleme unseres Gesundheitswesens zu lösen. Wenn die Finanzierung langfristig gesichert werden soll, müssen auch die Vorschläge der Gewerkschaften ernsthaft geprüft werden.“
Der Deutsche Gewerkschaftsbund setzt sich für eine solidarische Weiterentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung ein. Dazu gehören eine breitere Finanzierungsbasis, die Einbeziehung aller Bürgerinnen und Bürger in die gesetzliche Krankenversicherung sowie eine stärkere Begrenzung von Gewinninteressen im Gesundheitswesen. Gleichzeitig sehen die Gewerkschaften erhebliche Potenziale durch Bürokratieabbau, Digitalisierung und den Ausbau regionaler Gesundheitszentren.
Die AfA unterstützt die Forderung nach einer Gesundheitsreform, die den sozialen Zusammenhalt stärkt, anstatt die Belastungen weiter auf die Versicherten zu verlagern. Gesundheit ist ein Grundrecht und darf nicht von der Höhe des Einkommens abhängig werden.
Informationsstand „Gesundheit nicht kaputt sparen“
Samstag, 20. Juni 2026
10:00 bis 12:00 Uhr
Bahnhofsstraße Böblingen (Eingang Mercaden)
Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, mit den Vertreterinnen und Vertretern der Gewerkschaften ins Gespräch zu kommen und sich über die geplanten Änderungen zu informieren.


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01.09.2026, 17:00 Uhr - 18:30 Uhr Antikriegstag Gedenkstätte in Tailfingen/ Hailfingen
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Dokumentationszentrums der KZ-Gedenkst …
26.09.2026, 11:55 Uhr - 15:00 Uhr DGB Kundgebung mit den Gewerkschaften