AfA bleibt bei Ablehnung der Rente mit 67

Veröffentlicht am 23.08.2010 in Bundespolitik

Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der SPD des Stauferkreises hat sich erneut zum Thema „Rente mit 67“ zu Wort gemeldet. Der Kreisvorsitzende der AfA, Klaus-Peter Grüner, hat in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass 70 Prozent aller Deutschen genauso denken wie seine Arbeitnehmerorganisation. Der Anteil der älteren Arbeitnehmer im aktiven Arbeitsleben sei im Stauferkreis Göppingen mit am niedrigsten.

„Gegenwärtig arbeiten nur 21,5 Prozent aller Deutschen zwischen 60 und 64 Jahren in einem sozialversicherungspflichtigen Job“, betont Grüner. Selbst das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft sähe bei den Beschäftigungschancen Älterer die Unternehmen in Verzug, so Grüner weiter. „Es ist absolut klug und sinnvoll, die Reform so lange auszusetzen, bis die Betriebe bewiesen haben, dass 65-Jährige für sie nicht zum alten Eisen gehören“, erklärte der Sozialdemokrat.

Die AfA führt außerdem ins Feld, dass die Einführung der Pille, die Wiedervereinigung und die Osterweiterung der EU vor zahlreichen Jahren auch nicht vorhergesehen wurde und deshalb bezüglich der Rentenprognosen genauso Zweifel angebracht sind. Diese drei Vorgänge hätten wesentliche Auswirkungen auf die Bevölkerungsentwicklung und damit auf die Zahl der Erwerbstätigen und die Rentenversicherung gehabt. Deshalb könne heute nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden, wie viele Menschen 2040 oder 2050 in der Republik leben und arbeiten werden.

„Wie sich die Wirtschaft bis dahin entwickelt und um wie viel produktiver jeder einzelne Arbeitnehmer in einigen Jahrzehnten seinen Job versieht, kann wirklich niemand sagen“, heißt es in der Stellungnahme der AfA weiter. Die Experten hätten die Finanzkrise auch nicht vorhergesehen, weshalb den Prognosen nicht ohne weiteres vertraut werden könne.

„Jede Rentenreform der vergangenen Jahre war tatsächlich eine Rentenkürzung“, sagte Grüner. „Ehrlich ist die Feststellung, dass sich die Republik von dem früher gültigen Versprechen einer den Lebensstandard sichernden und armutsfesten Rente längst verabschiedet hat“, betont Grüner.

Die AfA befürchtet, dass es in Deutschland leider bald wieder Altersarmut gebe, weil zum Beispiel „die Billiglöhner von heute gar keine Chance mehr bekommen, eine auskömmliche Rente zu erarbeiten“. Wer wie die AfA die Rente mit 67 oder gar mit 70 konsequent ablehne, sei deshalb nicht opportunistisch sondern klug, stellt die AfA fest.

 

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