KANDIDATIN FÜR DEN KREISVORSITZ

Veröffentlicht am 18.04.2015 in Kreisverband

Jasmina Hostert-Sijercic, die Pressereferentin im SPD-Stadtverband Böblingen, bewirbt sich um das Amt der SPD-Kreisvorsitzenden. Die Wahl findet am 20. Juni 2015 im Rahmen einer Mitgliederversammlung des Kreisverbands statt.

Hier ihre Bewerbung, gerichtet an alle Mitglieder im Kreis Böblingen:

Liebe Genossinnen und Genossen,
am 20. Juni 2015 wählen wir gemeinsam einen neuen Vorstand der SPD im Kreis Böblingen. Nachdem Felix Rapp im letzten Jahr den Kreisvorsitz niedergelegt hat, haben wir gemeinsam diese Zeit genutzt unsere Partei inhaltlich, organisatorisch und auch personell für die Zukunft zu rüsten. Besonderer Dank gilt den stellvertretenden Vorsitzenden Norbert Gietz und Manfred Ruckh, die diese Zeit mit großem Einsatz begleitet und somit die Weichen für die zukünftige Arbeit der Sozialdemokratie im Kreis Böblingen gestellt haben.

Während dieses Prozesses wurde ich von vielen von Euch gebeten mich als Vorsitzende der Kreis SPD zu bewerben. Diese Ermutigungen von vielen verschiedenen Seiten haben mich sehr gefreut, doch auch zum Nachdenken gebracht. Ich bin mir im Klaren darüber, dass eine Bewerbung für dieses Amt bedeutet, dass man sich mit viel Kraft, enormen Zeitaufwand und Leidenschaft dieser Aufgabe stellen muss.


Für mich war wichtig, dass ich das gewährleisten kann, trotz meiner Berufstätigkeit und der Erziehung meiner kleinen Tochter Ella. Nach reichlichen Überlegungen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich mich um den Vorsitz der Sozialdemokratischen Partei im Kreis Böblingen bewerben möchte.

In den folgenden Zeilen möchte ich Euch meine Beweggründe für diese Kandidatur darlegen. Ich verbinde mit meiner Bewerbung vor allem einen inhaltlichen Anspruch. Gemeinsam mit Euch möchte ich daran arbeiten, dass die Werte und Inhalte der Sozialdemokratie in den nächsten Jahren wieder eine größere Resonanz und Akzeptanz in der Bevölkerung erfahren, als dies in der Vergangenheit der Fall war.

Dafür müssen wir auf Kreisebene, aber auch in den Ortsvereinen organisatorisch gut aufgestellt, in der Öffentlichkeit sichtbar und im gesellschaftlichen Leben stark verankert sein. Gleichzeitig dürfen wir uns nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern müssen die Nöte und Sorgen der Menschen hier bei uns ernst nehmen und gemeinsam mit ihnen Lösungen finden. Gerade um Familien mit Kindern, junge Frauen und Männer, die Beruf und Familie unter einen Hut bringen müssen, haben wir uns in der Vergangenheit zu wenig gekümmert. Allgemein muss man feststellen, dass sich die SPD im Kreis Böblingen in den letzten Jahren zu wenig inhaltlich positioniert hat, vielleicht auch zu wenig diskutiert hat und ihre Funktion als kritische, progressive Partei nicht immer genügend wahrgenommen hat. Aus diesem Grund sind für mich drei inhaltliche Themen, neben unserem zentralen Thema der sozialen Gerechtigkeit, von großer Wichtigkeit:

1. Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Als junge, berufstätige Mutter weiss ich, welch eine Herausforderung dies sein kann. Eine gute Arbeit, von der man leben kann, Ganztagskindergärten und Ganztagsschulen sind für eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf unumgänglich. Auch Väter wollen Zeit mit ihren Kindern verbringen. Ein Vater, der sich eine berufliche Auszeit nimmt, oder in Teilzeit arbeitet, ist kein „Versager“, und eine Mutter, die auch eine Vollzeitstelle ausübt oder mehr für ihre Karriere tun möchte, ist keine Rabenmutter. Dieses Bild existiert leider noch in vielen Köpfen. Ich sehe es als eine wichtige Aufgabe, diese Muster und Stereotypen zu brechen. Zeit für Familie bedeutet nicht nur Zeit mit den Kindern. Die Eltern und die Pflege von älteren Familienangehörigen gehören auch dazu. Unsere Gesellschaft wird immer älter. Dies stellt uns vor große Herausforderungen und darf nicht ignoriert, sondern muss aktiv thematisiert und angegangen werden.

2. Chancengerechtigkeit: Im Bereich Bildung bedeutet das, dass alle Kinder die gleichen Chancen haben müssen, unabhängig von sozialem und finanziellem Hintergrund. Aber auch zwischen den Geschlechtern darf es keinen Unterschied geben. Frauen und Männer müssen die gleichen Aufstiegschancen haben und für die gleiche Arbeit auch den gleichen Lohn erhalten. Chancengerechtigkeit muss für alle Gruppierungen in unserer Gesellschaft gelten: Für alle unterschiedlichen Nationalitäten und Religionen, für Jung und Alt, für Menschen mit Behinderung, für Homo- oder Heterosexuelle. Es ist mir wichtig, dies nach außen zu transportieren.

3. Kultur: Auch das Thema Kultur ist ursprünglich bei der Sozialdemokratie angesiedelt. Es kommt in unserer Kreispartei, trotz vieler engagierter Personen in der Kulturszene, leider viel zu kurz. Als Kunsthistorikerin und durch meine persönliche Vorliebe für Kunst, möchte ich das Thema Kultur in unserer Partei wieder verstärkt ins Licht rücken. Es ist an der Zeit, dass sich die SPD wieder als die Stimme der Kulturschaffenden anbietet und dafür einen Rahmen schafft, wie zum Beispiel mit der Gründung eines SPD-Kulturforums.

Da ich als kriegsversehrtes Flüchtlingskind 1993 aus Bosnien nach Deutschland gekommen bin, weiß ich nur zu genau was es bedeutet, wenn man aus seiner Heimat fliehen muss und welch eine Herausforderung es sein kann, sich in eine neue Gesellschaft, Kultur und eine neue Sprache einzufinden. Deswegen freut es mich, dass die SPD gerade, ob im Land oder hier bei uns vor Ort, solch eine engagierte Rolle in der Flüchtlingshilfe spielt.

Die Arbeit unserer Partei und das bisher Erreichte kommt leider nicht genügend bei den Bürgerinnen und Bürgern an. Viele Menschen sehen sich durch unsere Partei nicht vertreten. Dies ist insbesondere bei jungen Menschen, Menschen im mittleren Alter (30-45) und Menschen mit Migrationshintergrund der Fall. Dies muss sich ändern und ich bin davon überzeugt, dass ich mit meinem Profil gerade diese Gruppen ansprechen kann.

Zusammen mit Euch, liebe Genossinnen und Genossen, möchte ich daran arbeiten, dass die Werte unserer Partei, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, durch inhaltliche Arbeit innerhalb unserer Partei stärker vermittelt werden, aber diese auch nach außen, in den Kreis Böblingen transportiert werden. Eine Kreispartei sollte sich nicht nur mit Organisation und Verwaltung beschäftigen. Sie braucht eine Vision und manchmal auch Führung, die sich an unsere Grundwerte anlehnt und an die Bedürfnisse der Menschen im Kreis Böblingen orientiert. Ich wünsche mir eine aktive, lebendige, diskussionsfreudige Partei. Das kann sie nur sein, indem sie alle Mitglieder und alle unterschiedlichen Gruppierungen mit einbezieht, indem sie offen für Neues ist. Dafür möchte ich mich einsetzen. In unserer Geschichte waren wir immer dann stark, wenn wir inhaltlich klar positioniert waren und als Team aufgetreten sind. Deswegen ist mir eine enge Zusammenarbeit mit Euch wichtig. Sehr gerne bin ich bereit, mich bei Euch im Ortsverein nochmals persönlich vorzustellen und mit Euch zu diskutieren wie sich die SPD im Kreis Böblingen entwickeln soll. Aus diesem Grund gebe ich meine Kandidatur auch so frühzeitig bekannt. Mir ist es wichtig, dass noch genug Zeit für Gespräche und Diskussion mit Euch bleibt. Über Euer Vertrauen und Eure Unterstützung würde ich mich sehr freuen.

Herzliche Grüße
Jasmina Hostert-Sijercic

 

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